Column – Fight against plastic waste

Wenn ich bei Freunden nach ihrer Biomülltonne frage gruselt es mich immer sehr, wenn ich als Antwort höre: “Ach wir trennen keinen Müll, schmeiß einfach alles in den großen Plastiksack”. Heute möchte ich jedoch nicht über Mülltrennung sprechen. Also nur so halb.. Heute soll es um die erschreckende Größe meines gelben Sacks gehen. 
 
Alle zwei Wochen wird bei uns der gelbe Sack abgeholt und alle zwei Wochen trage ich 2-3 Säcke Plastikmüll aus dem Haus. Wenn ich die Unmengen an Plastikmüll sehe, die ich tagtäglich produziere schaudert es mir. Tonnen an Plastikmüll schwimmen in unseren Ozeanen, Tonnen an Plastikmüll liegt auf hohen Müllbergen, die wir in anderen Ländern produzieren. Für den Verbraucher ist es ganz einfach: Plastik in den gelben Sack, vor die Tür gestellt und weg ist er: aus den Augen aus dem Sinn.
 
Obwohl ich mich mittlerweile als bewussten Konsumenten beschreiben würde und darauf achte, meine Einkäufe stets in Papier- oder Stofftüten nach Hause zu transportieren, habe ich das Gefühl nur so von Plastik überschwemmt zu werden. Wie sieht das ganze erst in anderen Haushalten aus, die bewusst oder unbewusst richtig viel Plastikmüll produzieren.
 
Ich möchte dahinter kommen, woher dieser ganze Müll stammt und dokumentiere eine Woche lang meinen Plastikmüll. Dabei schränke ich mich bewusst nicht stärker ein, sondern handle so, wie ich normalerweise auch handeln würde.
 
Montag:
Beim Einkaufen fällt mir auf, dass viel Bio-Gemüse im Supermarkt in Plastik verpackt ist. Wer ist auf die Idee gekommen Bananen (in ihrer Schale?!) in eine Plastikverpackung zu stecken? Müsli und Ähnliches kaufe ich nur in Pappkartons. Zuhause fällt mir auf, dass auch das Müsli in der Papp-Verpackung noch einmal in einer Plastiktüte steckt. Und auch mein ökologisches (nicht gebleichtes) Toilettenpapier ist in Plastik verpackt. Da ich momentan wenig Süßigkeiten esse, kann ich immerhin diese Plastikverpackungen vermeiden.
 
Dienstag: 
Abends treffen wir uns zum Film-Schauen mit Freunden. Es gibt Bionade in der Glasflasche und dazu hat ein Freund Chips mitgebracht. Chips aus der Plastiktüte. Mit trendigem Retro-Logo sieht die Plastikverpackung sehr schick aus – bleibt aber Plastik..
 
Mittwoch:
An der Tankstelle überfällt mich der Heißhunger und ich kaufe mir ein Croissant. Der Tankstellenbäcker verpackt seine Ware allerdings in Tüten die nur zur Hälfte aus Papier bestehen, die andere Hälfte ist aus Plastik. “So sieht man, was in der Tüte ist” argumentiert der Verkäufer. Dabei habe ich doch vor 2 Sekunden erst selber ausgewählt was ich kaufen möchte.. Ich verzichte auf die Tüte und bekrümle den Autositz..
 
Donnerstag:
Ich backe einen Kuchen und kaufe dafür unter anderem Quark, Sahne und glutenfreies Mehl ein. Alles in Plastikverpackungen. Bei Quark und Sahne kann ich die Plastikverpackungen noch nachvollziehen, beim glutenfreien Mehl absolut nicht..
 
Freitag: 
Über einen Online-Shop habe ich mir Lidschatten zum Auffüllen einer Palette bestellt. Jeder einzelne Lidschatten hat einen abnehmbaren Plastikdeckel, sitzt in einer Plastikvorrichtung in einer Papierschachtel. Diese Schachtel ist mit Plastikfolie umwickelt. Ich bin kurz davor die Lidschatten zurückzuschicken. Das würde die Situation natürlich nicht besser machen. Außerdem habe ich ja beschlossen zumindestens diese Woche nichts an meinem aktuellen Verhalten zu verändern.
 
Samstag:
Meine Strumpfhose reißt und ich gehe in die nächste Drogerie, um mir eine neue Strumpfhose zu kaufen. Alle mehrfach in Plastik verpackt. Ich gehe frierend nach Hause.. Nylon ist ja eigentlich auch Kunststoff..
 
 
Mit einem Blick darauf, was alles in Plastik eingepackt ist, komme ich schnell zur erschreckenden Erkenntnis, dass ich meinen Plastikverbrauch noch stark einschränken kann. Für die nächste Zeit habe ich mir Ziele gesetzt und hoffe, so meinen gelben Sack stark verkleinern zu können. Und vielleicht irgendwann komplett auf ihn verzichten zu können.
 
 
Was ich bereits mache:
– Limonade in Glasflaschen kaufen
– Obst und Gemüse im Laden in mitgebrachte Stofftüten packen 
– immer einen Jutebeutel bei mir haben
– meinen Tee von zuhause in einem Thermosbecher mitnehmen
– Tupperdosen aus Glas verwenden
– Menstruationscup statt Tampons und Binden
 
Was ich (mehr) machen möchte:
– Obst und Gemüse im Bioladen einkaufen
– meinen Einkauf planen und auch für Wurst, Fleisch und Käse Behälter mitnehmen
– nach Läden suchen, die Mehl, Müsli, Reis und co in wiederverwendbare Behälter abfüllen
– weniger Kosmetik kaufen und mehr auf Hausmittel setzen
 
Habt ihr Ideen, um euren und meinen Plastikverbrauch zu reduzieren? Und kennt ihr gute Läden in Deutschland, die das Abfüllen von Lebensmitteln in eigene Behälter unterstützen?
 
Reducing my plastic waste has been a journey for quite a while now and I’m shocked over and over again when I discover, that I have accumulated a lot of plastic waste again. So I want to keep on using glas bottles, bringing cloth bags to the stores, transporting homemade food in glass containers and using a menstrual cup instead of tampons. In addition I want to start using my own containers for meat and cheese at the stores as well and search for shops that are happy to fill up my reusable containers with flower, muesli and rice.
 
JB


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