Column – Procrastination

Ich wache auf. Gähne, strecke mich, schaue etwas verwirrt um mich. Nach einem Blick auf meinen Wecker schrecke ich auf und hüpfe panisch aus dem Bett. Mein nötiges Schlafpensum habe ich schon seit mehreren Stunden überschritten. Dabei wollte ich heute wirklich anfangen meine Forschungsarbeit zu schreiben. Nach einer kurzen Zeit schlurfe ich zuerst in die Küche, wo ich mir ein Müsli mache und dann weiter an meinem Schreibtisch. Vom Vortag stapeln sich hier eine Müslischüssel, eine Tasse, mehrere Gläser und jede Menge Papierkram. Ich öffne meinen Laptop und als erstes sehe ich meine Forschungsarbeit. In weiser Voraussicht habe ich gestern das Word-Fenster offen gelassen, damit ich morgens früh sofort mit der Arbeit beginnen kann. Zuerst wird aber aufgeräumt. Nach 20 Minuten hin und her geräume gönne ich mir erst einmal ein paar YouTube Videos zum Frühstück. Ein Blick in meinen Kalender sagt mir, dass das Abgabedatum der Forschungsarbeit in zwei Wochen ansteht. Ich kann also noch in Ruhe arbeiten und brauche mich nicht hetzen. Erstmal gibt es noch viele andere Dinge zu tun. E-Mails lesen zum Beispiel. Plötzlich merke ich, dass eine Stunde vorbei gezogen ist. Ich habe nicht nur meine E-Mails gelesen, sondern war noch auf Twitter, Facebook, Bloglovin und Instagram unterwegs. Würde man mich fragen, was ich mir dabei genau angeschaut habe, könnte ich nicht antworten. Ich habe gerade eine Stunde lang ohne jegliche Gedanken wahllos im Internet herumgesurft. Frustriert mache ich ein YouTube Video an – das hilft immer bei schlechter Laune. Inzwischen ist es 11:30 Uhr und Zeit das Mittagessen vorzubereiten. Eine Freundin von mir ruft an und fragt ob wir zusammen Mittagessen gehen wollen. Ich lehne dankend ab und sage ihr, dass ich heute nur am Schreibtisch essen werde – ich arbeite nämlich den ganzen Tag. Beim Mittagessen schaue ich mir eine Folge meiner liebsten Serie an. Ich öffne das Dokument, tippe ein paar Worte und muss nach ein paar Minuten einen Begriff googlen. Also schnell den Browser öffnen und das Zitat googlen. Zwei Stunden später merke ich, dass ich wieder auf Facebook, Twitter, Bloglovin und Instagram war. Ich schließe die Browserfenster und wende mich wieder meine Arbeit zu. So jetzt aber wirklich! Um 7:30 Uhr klappe ich den Laptop zu und gehe zum Sport. Ich habe schließlich den ganzen Tag hart gearbeitet, da kann ich auch mal etwas für mich tun. 

So geht es auch noch die nächsten zwei Wochen weiter, bis ich feststelle, dass der Abgabetermin am nächsten Tag ist. Also verbringe ich meinen Abend und meine Nacht vorm PC. Ein paar Wochen später bekomme ich die Rückmeldung zu meiner Arbeit. Eine wirklich gute Note. Und die nächste Arbeit steht auch schon wieder in fünf Wochen an. Da habe ich ja noch Zeit. Dieses Mal werde ich aber auf jeden Fall früher anfangen. Also nächste Woche wird das Wetter noch gut sein. Dann fahre ich übers Wochenende weg und dann lege ich auf jeden Fall sofort los. Irgendwie klappt das schon. Nächstes Mal mache ich wirklich alles anders…

JB 
 

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