Impressions: Paris

 Paris, Paris! Nachdem ich die französische Hauptstadt das erste und letzte Mal vor vier Jahren besucht habe, freute ich mich schon unglaublich darauf, als es mich letzte Woche endlich einmal wieder in die Stadt der Liebe verschlagen hatte. Beim letzten Besuch blieben mir nur zwei kurze Tage, um die riesige Metropole zu erkunden, diesmal sollte dafür mehr Zeit sein. Ich begleitete meinen Bruder auf seinem Weg nach Spanien, wo er für das nächste halbe Jahr studieren sollte und wir wollten einen gemeinsamen Stopp in Paris einlegen. Anschließend machte ich mich zurück auf den Weg nach Deutschland und er setzte seine Reise ins Baskenland fort. Es waren eine der großartigsten Tage in diesem Jahr!

 

 

Ich muss zugeben, mit großen Insider-Tipps kann ich an dieser Stelle nicht aufwarten, denn die meiste Zeit haben wir uns einfach nur vom Rhythmus der Stadt leiten lassen, sind durch die Gassen gestromert und haben spontan in Cafés und Restaurants Platz genommen. Das Wetter hätte herrlicher nicht sein können, es war angenehm war, jedoch nicht zu heiß, denn immer wehte eine kühle Brise durch die Straßen von Paris.

Schon bei meinem letzten Besuch in der Hauptstadt hatte es mir das kleine, sprudelnde Viertel Montmartre besonders angetan. Auf dem Weg zur Sacré Coeur schlängelt man sich durch die kleinen Gassen den Berg hinauf bis zum höchsten Punkt der Stadt. Knapp vier Jahre später sind die Gassen von Touristen und Souvenir-Läden dichter besiedelt als in meiner Erinnerung. Aber abseits der Menschenströme kann man immer noch ein wenig den Zauber des Viertels spüren und die herrliche Aussicht über die Stadt genießen. Auf den Spuren Audrey Tautous aus der Fabelhaften Welt der Amélie entdeckten wir sogar einige Drehorte aus dem Film, wie etwa das Café des 2 Moulins. Auch wenn einige Veränderungen an der Inneneinrichtung stattgefunden haben, fühlten wir uns für einen kleinen Augenblick mitten in die Filmkulisse versetzt und vergaßen das bunte Treiben auf der Straße. Manchmal ist es eben ein klein wenig bedauernswert, dass das echte Leben keineswegs dem eines Filmes gleicht, das verzauberte, ruhige Paris aus Amélie ist um diese Jahreszeit wohl nur schwer zu finden.

 

 

 

Und dennoch, wir genossen es, den Puls der Stadt zu spüren. Gerade abends, wenn zuhause in unserem kleinen Heimatstädtchen alles zur Ruhe kommt und die Straßen wie ausgestorben vor einem liegen, blüht Paris erst richtig auf. Wir hatten über AirBnB ein kleines Apartment mitten im Zentrum der Stadt gemietet, unsere Straße war dicht besiedelt mit Bars und Kneipen, überhaupt scheinen die Franzosen die Kneipenkultur mehr zu zelebrieren als durchtanzte Nächte in dunklen Kellerclubs. Wen kann man es verübeln, die Stadt ist einfach zu schön, als dass man die Tür vor ihr schließen möchte. Doch ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Am Kanal Saint Martin wird im Sommer das Flussufer bevölkert von Studenten und Teenagern, die Atmosphäre ist einzigartig! Große Picknicks werden dort ebenso veranstaltet wie spontane Treffen auf ein Bier. Und immer spielt irgendwer mit der Gitarre oder einer Trommel Musik. Wer also einen lauen Sommerabend am Wasser verbringen möchte und die Seine in den letzten Tagen zu oft gesehen hat, dem empfehle ich diesen Treffpunkt.

 

 

 

Wir mussten feststellen, dass uns die Massen an Touristen und Souvenir-Verkäufern rund um den Eiffelturm deutlich abgeschreckt haben. Zwar hatten wir nicht geplant, den riesigen Klotz aus Stahl zu besteigen, dennoch sind wir ganz schnell aus seinem Schatten geflohen und haben uns lieber wieder in ruhigere Gefilde zurückgezogen. Verzichten auf einen grandiosen Blick über die Stadt mussten wir dennoch nicht: Einmal hat es uns auf die Dachterrasse der Galerie Lafayette verschlagen, mit der Rolltreppe fährt es sich bequem in den siebten Stock und die Aussicht ist völlig kostenfrei. Weitaus beeindruckender war jedoch der Blick vom Panthéon aus. Die Grabstätte berühmter französischer Persönlichkeiten ist auch von innen durchaus sehenswert, die stündlichen Touren auf die Empore der Kuppel ist aber in jedem Fall das Highlight. Bis 25 Jahren ist der Eintritt sogar völlig kostenlos, danach muss man mit etwa zehn Euro kalkulieren.

 

 

 

Nach einem etwas chaotischen, leicht traumatischen Schüleraustausch in der neunten Klasse konnte ich mich nie so ganz mit Frankreich anfreunden. Im Gegensatz zu Julie verbrachten wir die Familienurlaube immer in Italien und auch heute wären Südfrankreich oder Korsika nicht einmal annähernd ein würdiger Ersatz für mein geliebtes Sardinien, denn an diese Insel habe ich schon vor Ewigkeiten mein Herz verloren. Aber bereits vor vier Jahren bei meinem ersten Besuch in Paris war ich gewillt, Frankreich eine zweite Chance zu geben und auch diesmal nahm ich mir vor, ohne Vorurteile zu reisen. Es hat sich gelohnt! Ich verstehe, warum sich die Menschen so oft in diese wunderschöne Stadt verlieben, es sind der Charme, die Architektur, die vielen kleinen Cafés, die dazu einladen. Sicher wird es auch nicht mein letzter Besuch gewesen sein. 

 

 

 

 

 

Ich hoffe, ich konnte euch auch ohne große Worte ein paar Impressionen mitgeben, einen Eindruck der Metropole vermitteln. Oder ward ihr vielleicht längst selbst schon in Paris? Hinterlasst gerne einen Kommentar mit euren Tipps und Highlights, das würde mich sehr freuen. Seid gespannt auf weitere Reise-Impressionen!

 

LL

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