Columne – That’s Life

Nächsten Monat werde ich 27 Jahre alt. Klingt undramatisch, ist es auch. Doch während viele meiner Freunde und Bekannte in diesem Alter bereits wissen, was sie tun, was auf sie wartet, sich bereits in vielerlei Belange schon entschieden haben, war das Jahr 2016 mein bisher spannendstes Jahr, ungewiss und voller Veränderungen – einige liegen schon hinter mir, viele noch vor mir. Es ist das Jahr, in dem ich meinen Abschluss mache (endgültig, ohne Option auf Verlängerung und Hinauszögern), in dem ein Praktikum meine bisherigen Pläne für die Zukunft völlig über den Haufen geworfen haben (denn in den Tagträumen ist irgendwie immer alles viel spannender und aufregender als in der Realität und plötzlich stellt man fest, dass das, wovon man immer geglaubt hat, dass es das Passende ist, sich plötzlich gar nicht mehr so richtig anfühlt), in dem ich einen geliebten Menschen verloren habe (dafür aber noch viel mehr Liebe für die Menschen empfunden habe, die bereits in meinem Leben sind) und in dem ich mich neuen Herausforderungen stellen werde (ab Oktober werde ich als Tutorin für meinen Studiengang fungieren, vor einem Publikum zu reden ist mir zuwider und kostet mich Überwindung, gleichzeitig soll man ja ab und an über seinen eigenen Schatten springen). Klingt undramatisch, ist es auch.
Aber: das Neue, Unbekannte kann einem auch Angst machen. Und wir werden tagtäglich mit dieser Angst konfrontiert, die zugleich doch so spannend sein kann. Etwa wenn man einen neuen Menschen kennenlernt und nicht gleich weiß, was dieser von einem hält. Oder wenn man einen neuen Job antritt, weil der alte sich irgendwie genau so anfühlt, nämlich alt. Oder auf Reisen in ein neues Land, wo man doch seit Jahren immer an denselben Strand an der Adria gefahren ist, der eigentlich immer auch ganz schön war. Gerade in dieser Schwebe befinde ich mich gerade und ich könnte wetten, ich bin nicht die einzige. Es fällt mir schwer, loszulassen, Vergangenes hinter mir zu lassen, ich bin eingespielt im Alltagstrott, hier kenne ich mich aus. Gleichzeitig packt mich die Neugierde auf das Neue, Unbekannte, ich habe Lust auf Veränderung. Als ich mich heute bei meinem Freund darüber beschwert habe, wie sehr mich dieses Jahr bislang oft so richtig angekotzt hat und dass schon das große Ding geschehen muss, damit 2016 noch gerettet ist, sagte er mir, dass ich doch aber auch in keinem Jahr zuvor so viel über mich selbst herausgefunden habe wie in diesem. Und während ich diesen Text hier schreibe, kommen mir die Dinge plötzlich gar nicht mehr so dramatisch vor, ich muss nur die Veränderungen ebenso akzeptieren wie die Enttäuschungen und Höhenflüge. Das ist einfach das Leben.
2016 war bislang ein merkwürdiges, unstetiges Jahr. Spannend, ungewiss und voller Veränderungen. Ich mache endlich meinen Abschluss (und nach sechs langen Jahren voller Auf und Abs bin ich auch endlich bereit dazu), auch wenn ich noch nicht genau weiß, was ich will, weiß ich genau, was ich nicht will (und ein Praktikum hat mir dabei geholfen), ich habe wunderbare 26 Jahre mit einem geliebten Menschen verbringen dürfen (und hoffentlich noch viele weitere Jahre mit vielen weiteren geliebten Menschen) und ich habe und werde mich immer neuen Herausforderungen stellen. Das Jahr ist vielleicht bisher anders verlaufen, als in meinen Tagträumen, denn darin ist sowieso immer alles viel spannender und aufregender als in der Realität, doch ich weiß immerhin eine ganze Menge mehr über mich als vor acht Monaten. Oder zwei Jahren. Oder 26. Und um den Rest rauszufinden, hab ich ja noch ein bisschen Zeit. Wer weiß, vielleicht geschieht ja doch noch das ganz große Ding. Eine Shoppingflatrate bei COS beispielsweise. Der Traumjob. Oder aber die besten Menschen zur besten Zeit. Denn eigentlich hab ich ja schon alles, was ich brauche.
Und wie sieht’s bei euch aus? Wie lief das Jahr 2016 bisher, was hat sich verändert und was ist geblieben? Hinterlasst mir einen Kommentar. Denn es ist immer spannend, neue Leute kennenzulernen. Ich halte euch auf dem Laufenden.
LL

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